Reisetipp: Kosten einer Weltreise

Für die Deutschen scheinbar ein heikles Thema: es traut sich kaum jemand einfach zu fragen, wie viel habt ihr denn ausgegeben? Wie viel hattet ihr eingeplant? Mitreisende aus anderen Kulturen fragten oft gerade raus, Deutsche immer nur hinten herum.

Weil wir während unserer Planung keine vernünftigen Angaben fanden, wollen wir diese nun für zukünftige Reisende bereitstellen. Es muss jedoch angemerkt werden, dass diese Angaben zwar rechnerisch präzise, aber dennoch sehr subjektiv sind: gewünschter Lebensstandard und Aktivitäten variieren doch sehr, ganz zu schweigen von den extrem unterschiedlichen Kosten verschiedener Regionen. Allgemein kann man sagen, haben wir ausreichend gewohnt (fast immer in Doppelzimmern, nie im dreckigsten Loch und nie in Party-Häusern, aber fünf Sterne Hotels waren auch nicht dabei) und sehr gut gegessen (von gutem einfachen Essen bis hin zu wenigen Sterne-Restaurants) und viel selbstständig gemacht (kaum Touren oder organisierte Aktivitäten).

Im Schnitt haben wir 87 € pro Tag ausgegeben (insgesamt 35.220 €) für alles was in einem Land anfiel (Übernachtung, Essen, Transport, Eintritte, etc.), hinzu kamen 10.207 € für Flüge zwischen Kontinenten und Ländern sowie für Visas, und 2.218 € für Souveniers, Päckchenversandt, Ausrüstungsersatz, usw.. Daheim fielen noch Kosten für die Unterbringung der Möbel und einige Versicherungen an, was noch mal 2.145 € ergab. Eine Reisekranken- und -gepäckversicherung kostete 1.262 € für uns zwei. Insgesamt also hat uns die Reise über dreizehneinhalb Monate 51.052,45 € gekostet.

Wie gesagt, das ist ein guter Anfangswert für zwei Dreißigjährige, die gerne gut essen, kaum saufen und so viel wie möglich selbstständig machen wollen. Die Zahlen beinhalten die Ausreißerländer Japan (164 € pro Tag!), Neuseeland (116 €) und Australien (99 €), aber auch Bolivien (63 €) und Nepal (51 €).

Land Tage €/d Anmerkungen
Argentinien 34 88 Hostels, viel Camping, bessere Busse, kurz Mietauto
Chile 45 91 Hostels, viel Camping, bessere Busse, kurz Mietauto
Bolivien 43 63 Gute Hostels und einfache Hotels, besten Restaurants, beste Busse
Peru 25 85 Hostels, bessere Busse
Japan 20 164 Günstigsten Unterkünfte (oft Business-Hotels zu Dumpingpreisen), meist Mittelklasserestaurants, selten gehoben, Regionalbahnticket
Korea 16 80 Meist Love-Hotels, gute Restaurants, Standardbusse
Indonesien 29 83 Urlaub auf Lombok, gute Bungalows, besten Restaurants
Nepal 21 51 Gehobene Mittelklassehotels, bestes Essen, einfache Busse und privater Fahrer
Indien 25 76 Mittelklassehotels, deutlich gehobene Restaurants, Bahn Erste Klasse
Thailand 21 86 Mittelklassehotels und Resorts, gute Restaurants, Busse
Kambodscha 24 68 (Fast) beste Hotels, beste Restaurants, Busse
Vietnam 12 61 Mittelklassehotels, Gehobene Restaurants, Busse, eine Tour
Australien 20 99 Hostels und Camping, Selbstverpflegend, Mietwagen
Neuseeland 33 116 Camping, Cabins, und Hostels, Selbstverpflegend, Mietwagen
Philippinen 30 95 Urlaub auf Palawan, günstige Resorts, Busse und Boote, teure fünftägige Inseltour, zwei Inlandsflüge
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8 Antworten auf Reisetipp: Kosten einer Weltreise

  1. Flo sagt:

    Danke für eure ausführlichen Berichte & Schilderungen! Ich habe diese bis zum Schluss gerne gelesen und bin mit Euch zumindest geistig immer wieder in Fernweh geschwelgt.

    Viele Grüße, Flo (Mt. Rinjani, Lombok)

  2. Toni sagt:

    Hallo Benjamin! Ich hätte einige Fragen bzgl. der Versicherungen Hierzulande. 2150 € finde ich nicht exorbitant hoch. Würde mich freuen, falls Du mir an die o.g. e-mail-Adresse einige Zeilen dazu schreiben könntest, was Ihr mit eurer Krankenversicherung, Rentenversicherung usw. angestellt habt. Danke im Voraus!

    Gruß, Toni

    • Ben sagt:

      Hi Toni,

      Als Krankenversicherung hatten wir die STA-Reisegesamtversicherung von Hanse-Merkur, die hiesige bei der TK ließ sich mit etwas Nachdruck einfach beenden, gleiches gilt natürlich für die Rentenversicherung. Die im Container gelagerten Möbel brauchten noch eine Versicherung, die aber nicht teuer war.

      Auch wenn einem am Telefon immer wieder gesagt wird, es geht nicht, man muss eine Anwartschaft oder ähnliches mitmachen: muss man nicht. Einfach kündigen, dann klappt das schon.

      Gruß,
      Ben

  3. Hey Ben,
    vielen Dank für diese Zusammenfassung. Ich weiss, wieviel Arbeit das ist 😉 Und es kann anderen definif helfen eine Idee zu kriegen, mit was man rechnen kann. Ich habe vor meiner Reise nur eine einzige Seite gefunden, die sowas geboten hat. Heute gibt es leider nicht viel mehr. Die meisten, wenn sie von Ihrer Reise kommen haben nicht die Courage dazu. Also im Namen aller Weltreise-Planer und Weltreise-Träumer: Danke! 🙂

  4. Robin sagt:

    Vielen Dank für die Aufstellung. Die Kosten pro Tag sind aber für euch beide gewesen, nicht pro Person, richtig?

    • Ben sagt:

      Genau, die Kosten sind für uns beide zusammen. Ob man alleine aber mehr als die 50% benötigt, ist unmöglich vorauszusagen, da man alleine sicherlich eher zu Dorm-Unterkünften tendiert und somit hier evtl sogar spart.

  5. Denis sagt:

    Also wenn man nicht soviele Ansprüche hat, kann man über Couchsurfing.com oder bewelcome.com einen kostenlosen Schlafplatz bei Einheimischen finden, mit denen die Gegend zusammen erkunden, Sprache lernen, einfach neue Leute kennenlernen. In einer Weltreise will man andere Kultur kennenlernen und das geht nur mit einheimischen Leuten.
    Dann, Trampen ist auch gratis und ist effictiver als man heutzutage denkt.
    Man kommt wirklich schnell voran.
    Dann gibt es noch Hausbesetzter, die einem bestimmt einen Dach über dem Kopf bieten werden.
    Abenteuer ohne Ende
    Alles zusammen mit wenig Geld ist „Besser-Weltreise“!

    • Ben sagt:

      Ja, eine ganz andere Art zu reisen mit vielen Vor- und Nachteilen, die ich nicht als „besser“ bezeichnen wollen würde, da die Art zu reisen auch immer zu den Reisenden passen muss.

      Für uns wäre Couchsurfing nicht der richtige Weg gewesen: wenn man sich nicht vorstellen kann, völlig fremde Leute in seine Wohnung aufzunehmen, dann kann man dieses Angebot auch nicht in Anspruch nehmen. Tramping mag in manchen Teilen der Welt einigermaßen sicher möglich sein, ist aber auch vielerorts verboten, und allein ist es viel einfacher als zu zweit, abgesehen von völliger Unplanbarkeit — auch hier gilt, so glaube ich, der Nehmen-und-Geben-Gedanke.

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