Lazy Christmas

20111226.120543.IMG_1422Schon bei Ankunft auf der Insel Koh Rung Samloen, wussten wir, wir hatten es nicht ganz schlecht getroffen, mit unserem Weihnachtsdomizil.

Das Boot, welches uns und ungefähr zehn andere Gäste im schrecklichen Bade- und Saufort Sihanoukville abgeholt hatte, lieferte uns an einem brüchigen Steg ab, an einem Ende eines 400 Meter langem hellgelben Sandstrand. Einem leeren 400 Meter langem hellgelben Sandstrand. Das kristallklare türkise Wasser und der Anblick des Dschungels hinter den wenigen Strohdachgebäuden ließen uns etwas überwältigt dem Personal ins Herzstück des Resorts folgen, Restaurant, Bar und Lounge in einem. Wir erhielten ein kaltes Getränk und erledigten die Check-In-Formalitäten, aßen zu Mittag und bezogen unseren Bungalow.

Cambodia

Nummer 16 wurde uns zugewiesen, der letzte ganz am Ende. Ob uns das Personal helfen solle, unser Gepäck dorthin zu tragen, es wäre weit? Wir lehnten ab, und machten uns auf den Weg. Wir realisierten, die Nummer 16 war ein neuer Bungalow, noch zwanzig Meter weiter als der vorletzte und bot einen eigenen Strandzugang, einen Blick auf’s Meer und auf die untergehende Sonne. Auf der Terrasse zwei Hängematten, Im Inneren zwei Doppelbetten mit Insektennetzen, ein Bad mit laufendem Wasser ist hinter dem Bungalow angeschlossen (zwar kein heißes Wasser per se, doch der Frischwassertank steht in der Sonne und so ist das Wasser auch nicht kalt) – was will man mehr?

Eine weitgehend unberührte tropische Insel beinhaltet Dschungel. Und der Dschungel beinhaltet Tiere. Und Tiere heißt in diesen Breitengraden nicht nur die üblichen Nagetiere, sondern auch Affen, die auch mal einen Strandspaziergang machen. Insekten, gibt es natürlich auch, was lästige Sandfliegen und Mücken einschließt, aber auch größere Insekten, so zum Beispiel ein 20 cm langer, daumendicker Tausendfüßler, der sich während eines Abendessen unbemerkt auf Bens Rücken niedergelassen hatte, um dann, während des Strandspaziergangs Bens Arm zu streifen. Das sich Ben mehr erschrocken hat als der Tausendfüßler – als dieser sich plötzlich auf dem Sandstrand wiederfand – liegt vermutlich nur an der Anzahl der Neuronen, die diese Situation verarbeiten. Zumindest irrte er verängstigt in Richtung Wasser, um nach einem ungewollten Bad sich wieder in Richtung Dschungel aufzumachen.

Doch auch die Wasserwelt hat einiges zu bieten. Am meisten fasziniert hat die Biolumineszenz: in kompletter Dunkelheit, am besten ohne Mond zu sehen, lassen leuchtende Punkte am Rand des auf den Strand gespülten Wassers wundersames erahnen. Die Faszination überwältigt einen dann beim nächtlichen Schwimmen: Mit jeder Bewegung leuchten Tausende Punkte auf, ein Kometenschweif bildet sich um Beine und Arme, die Sterne des Himmels scheinen sich im Wasser bewegen zu lassen. Ein schier unvergessliches Erlebnis.

Das Schwimmen bei Tag, am meist menschenleeren Sandstrand (trotz ausgebuchtem Resort), war nur geringfügig weniger schön. Der Blick um die Bucht mit dem stets glatten Wasser und der dahinter sich auftuende Dschungel lösten den einen oder anderen verrückt wirkenden Lachanfall aus, pure Freude. Leider war das Schnorcheln auch hier nicht so wie auf Gili Air (Indonesien). Das Wasser war zwar trüb, jedoch hielten sich Korallen und Fische sowieso in Grenzen.

Weihnachten feierten wir ohne große Ereignisse, an heilig Abend erhielt Kristina einen tropischen Weihnachtsbusch, geschmückt mit Muscheln und Schnecken. Den ersten Weihnachtsfeiertag verbrachten wir dann Abends am Strandbarbecue mit unendlich frischem Fisch, Krabben und Tintenfisch.

Vermisst haben wir die Familie natürlich, doch auf deutsches Schmuddelwetter könnten wir auch in Zukunft verzichten.

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